Häufig gestellte Fragen zu Kurzschaftprothese

Kurzschaftprothesen für die Hüfte

1. Was versteht man unter einer Kurzschaftprothese?

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Hüftprothesen können nach dem Ort der Fixierung des Oberschenkelersatzes in drei Gruppen eingeteilt werden. Wird nur die Oberfläche ersetzt, wie z. B. durch eine Kappenprothese, spricht man von einer "epiphysären" Prothese (die Prothese wird auf der Oberfläche des gelenktragenden Abschnittes des Oberschenkelknochens befestigt). Herkömmliche Prothesen reichen mit ihrem Stiel weit in den Markraum des Oberschenkels, also die Diaphyse, hinein, können als als diaphysäre Hüftprothesen bezeichnet werden. Folge des weit nach unten verlegten Lastübergangs auf den Knochen sind relativ häufig natürliche Anpassungvorgänge des lebenden Knochens: Die oberen Abschnitte des Knochens werden vom Druck entlastet und der Knochen bildet sich etwas zurück.

Dies ist im Allgemeinen unbedenklich, falls es im Lauf der Jahre aber dann doch zu der Notwendigkeit einer Erneuerung des Gelenkes kommt, kann die Knochenqualität im oberen Abschnitt des Oberschenkels so schlecht werden, dass eine neue Prothese nur unter Schwierigkeiten verankert werden kann. Für jüngere Patienten, die mit einiger Wahrscheinlichkeit im weiteren Verlauf des Lebens noch eine Erneuerung der prothetischen Versorgung benötigen, haben sich seit längerem Prothesen bewährt, die eine Entlastung des gelenknahen Knochens konstruktionsbedingt vermeiden: Sie werden nur mit einem sehr kurzen Schaft im obersten Bereich den Oberschenkelknochens (der "Metaphyse") fixiert. Diese metaphysären Prothesen werden auch als Kurzschaft- oder Schenkelhalsprothesen bezeichnet


2. Warum wird von einigen Ärzten eine Kurzschaftprothese für die Hüfte empfohlen?

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Die langfristige Verbindung lebenden Knochens mit künstlichen Materialien ist aus verschiedenen Gründen zeitlich begrenzt. Materialverschleiß und/oder Umbauvorgänge in der lebenden Substanz führen langfristig zur Lockerung der eingesetzten Kunstgelenke. Wenn dann ein Wechsel des Kunstgelenkes erfolgen muss, sind die knöchernen Lager der Prothesenteile oft so stark geschädigt oder verändert, dass das folgende Kunstgelenk schlechtere Zukunftsaussichten besitzt. Kurzschaftprothesen führen meist nicht zu den ausgedehnten Veränderungen mit Verschlechterung der Knochenstruktur, so dass bei der Wechseloperation noch bessere Verhältnisse der knöchernen Strukturen vorliegen als nach Scheitern von Prothesen mit langen Stielen.


3.Welche Vorteile bietet eine Kurzschaftprothese?  

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Wird bei der ersten Operation die Last zwangsläufig in die Region oberhalb der ersten Muskelansätze eingeleitet, bleiben die angrenzenden Strukturen des Knochens funktionell und anatomisch intakt. Für die Hüftpatienten, die schon in früheren Lebensaltern eine Operation benötigen, ergibt sich aus der Erhaltung der natürlichen Nachbarstrukturen der Vorteil, bei einem evtl. notwendig werdenden Wechsel des Oberflächengelenkes intakte Abschnitte der gelenktragenden Knochen für eine Standardprothese zu erhalten. 


4. Was muß bei der Nachbehandlung berücksichtigt werden? 

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Die Einheilung der Prothese in den Knochen ist ein natürlicher, Zeit benötigender Vorgang. Extreme Belastungen, die zur Verformung des elastischen Knochens führen, können die Einheilung stören und sind daher in den ersten 6 bis 8 postoperativen Wochen zu meiden. Für sechs Wochen sind alle Kraftübungen daher zu unterlassen, auf längeren Gehstrecken sollten zwei Unterarmgehstützen verwendet werden. Autofahren ist wegen der noch bestehenden Koordinationsschwäche für sechs Wochen nicht erlaubt. Bitte sprechen Sie die postoperativen Einschränkungen mit Ihrem behandelnden Arzt im Einzelnen ab.


5. Unter welchen Voraussetzungen ist eine Kurzschaftprothese möglich?

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Die Kurzschaftprothese kann auch bei Deformitäten des Oberschenkel-knochens, z.B. nach Brüchen, Voroperationen oder nach eitrigen Entzündungen des Knochens in den tieferen Abschnitten des Oberschenkelknochens eingesetzt werden. Sie ist daher bei solchen Zuständen die Prothese der Wahl. In  Einzelfall muss nach Röntgenbild entschieden werden. Bitte legen Sie Ihre Röntgenbilder dem operierendem Arzt vor.


6. Bis zu welchem Alter ist eine Kurzschaftprothese möglich? 

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Wie sich aus den oben geschilderten Sachverhalten ergibt, stellt die Kurzschaftprothese eine Lösung für jüngere Patienten dar, die wahrscheinlich mit nur einer Prothese aufgrund der noch langen Lebenserwartung nicht auskommen. Die Kurzschaftprothese ist sozusagen als "Vorprothese" anzusehen. Für Patienten über 65 Jahren stellen die bisherigen Hüftprothesen ausgezeichnete und sichere Implantate dar. Die Entscheidung für oder gegen die Kurzschaftprothese sollte im Einzelfall mit dem operierendem Arzt besprochen werden


7. Ist die Kurzschaftprothese eine "minimal invasive" Operation? 

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Eine kleine Prothese heißt nicht automatisch auch "kleinere" Operation. Der Einsatz einer Kurzschaftprothese stellt eine schwierige Operation dar, die nur in speziellen und in dieser Methode erfahrenen Kliniken durchgeführt werden sollte


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